Das Gespenst von Canterville
Schloss Canterville hat alles, was ein richtiges Spukschloss braucht: Knarrende Türen, eine uralte Ahnengalerie, Fledermäuse und natürlich Simon, das Gespenst. Punkt Mitternacht, mit dem zwölften Glockenschlag, erwachen auch die Gemälde und füllen Nacht für Nacht die Eingangshalle mit Leben. In dieser einen Stunde herrscht die alte Ordnung des Adelsgeschlechts. Damit diese Tradition bestehen bleibt, geistert Simon seit Jahrhunderten durch die Flure. Seine Aufgabe übt er so gewissenhaft aus, dass es bis heute keinem der Grafen von Canterville gelungen ist, Käufer für das Anwesen zu finden. Dutzende von Interessenten verlassen entsetzt das ehrwürdige Gemäuer, sobald klagendes Wimmern, modriger Geruch und ein eisiger Lufthauch die Gänge und Gemächer erfüllen.
Bis Familie Otis Schloss Canterville besucht. Vom Hokuspokus des Geistes lässt sich außer der jüngsten Tochter Virginia niemand beeindrucken. Statt zu gruseln wird Simon mit seinem Kettengerassel und Geistergewese zum Gespött der älteren Geschwister. Die Eltern entschließen sich zum Kauf. Herr Otis träumt von einem Golfplatz im Schlosspark, während Frau Otis über frische Farben und eine schicke Inneneinrichtung nachdenkt. Die Ahnengalerie soll als Erstes der Modernisierung zum Opfer fallen.
Die Ahnen sind entsetzt und rufen aus Verzweiflung das Gericht der Verdammten herbei, um diese ungehobelten Menschen für ihr Verhalten zu bestrafen. Doch weder die Ahnen noch Familie Otis wissen, dass Simon und Virginia inzwischen Freunde geworden sind.
Nun steckt Simon in einer Zwickmühle. Hilft der Geist Virginia und ihrer Familie, verrät er die Ahnen. Vertreibt er mit Hilfe der Verdammten die Familie Otis, verliert Simon die einzige Verbündete, die er jemals hatte. Wie wird sich das Gespenst entscheiden?
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